Gas-Serie Teil 1: Propan, Butan & Co. – welches Gas braucht ihr wofür?
Gas im Wohnmobil oder Wohnwagen ist für viele von uns ein Thema, bei dem man irgendwann ziemlich viele Fragen hat. Welches Gas ist eigentlich das richtige? Was ist der Unterschied zwischen Propan und Butan? Und warum funktioniert das eine bei kalten Temperaturen besser als das andere?
Gerade wenn man mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist, lohnt es sich, ein bisschen genauer hinzuschauen. Denn Gas ist nicht einfach nur Gas – je nach Sorte gibt es deutliche Unterschiede bei den Eigenschaften und beim Einsatz.
In diesem ersten Teil unserer Gas-Serie schauen wir uns deshalb die verschiedenen Gasarten an und klären, welches Gas sich wofür eignet.
Wofür wird Gas im Wohnmobil oder Wohnwagen überhaupt gebraucht?
Gas gehört bei vielen Wohnmobilen und Wohnwagen ganz selbstverständlich zur Ausstattung. Es versorgt je nach Fahrzeug und Ausrüstung zum Beispiel:
die Heizung
den Gasherd
den Kühlschrank
den Warmwasserboiler
Damit ist Gas gerade beim Camping ziemlich praktisch. Wir können unabhängig vom Stromanschluss kochen, heizen oder warmes Wasser nutzen.
Welche Geräte tatsächlich mit Gas betrieben werden, hängt natürlich von der jeweiligen Ausstattung ab.
Die wichtigsten Gasarten: Propan und Butan
Beim Camping begegnen uns vor allem Propan, Butan und verschiedene Mischungen aus beiden Gasen.
Auf den ersten Blick sind die Unterschiede vielleicht gar nicht so groß. Besonders bei niedrigen Temperaturen macht es aber einen deutlichen Unterschied, welches Gas verwendet wird.
Propan
Propan ist für das Camping in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern besonders interessant.
Der entscheidende Vorteil: Propan bleibt auch bei sehr niedrigen Temperaturen nutzbar. Sein Siedepunkt liegt bei ungefähr –42 °C.
Das bedeutet natürlich nicht, dass wir bei –42 °C unbedingt noch gemütlich vor dem Wohnmobil sitzen möchten. 😉 Aber es zeigt, warum Propan auch beim Wintercamping zuverlässig eingesetzt werden kann.
Propan eignet sich deshalb besonders für:
ganzjähriges Camping
Wintercamping
Reisen in kältere Regionen
Heizung und andere fest eingebaute Gasgeräte
Ein kleiner Nachteil: Propan steht unter einem höheren Druck als Butan. Deshalb müssen dafür geeignete, zugelassene Gasflaschen und Anlagen verwendet werden.
Butan
Butan hat einen deutlich höheren Siedepunkt. Er liegt bei ungefähr –0,5 °C.
Und genau das ist der entscheidende Punkt: Wird es richtig kalt, verdampft Butan nicht mehr ausreichend. Dadurch kann die Gasversorgung bei niedrigen Temperaturen ausfallen.
Für warme Sommermonate kann Butan durchaus geeignet sein. Für Wintercamping oder Reisen in kalte Regionen ist es dagegen keine gute Wahl.
Butan eignet sich deshalb eher für:
warme Temperaturen
Sommercamping
Regionen mit mildem Klima
Für unsere Reisen mit dem Wohnmobil ist Propan deshalb die unkompliziertere Wahl, wenn wir auch außerhalb der warmen Sommermonate unterwegs sein möchten.
Und was ist mit Gasgemischen?
Neben reinem Propan oder Butan gibt es auch Gasgemische, die aus beiden Bestandteilen bestehen.
Welche Zusammensetzung verwendet wird, kann je nach Produkt und Anbieter unterschiedlich sein. Deshalb sollte man sich nicht allein auf die Bezeichnung „Sommergas“ oder „Wintergas“ verlassen, sondern immer auf die Angaben des jeweiligen Anbieters achten.
Grundsätzlich gilt aber:
Je höher der Propananteil, desto besser eignet sich das Gas für niedrige Temperaturen.
Bei einem Gasgemisch kann Butan bei Kälte irgendwann nicht mehr ausreichend verdampfen. Der verbleibende Propananteil kann dagegen weiterhin genutzt werden.
Das erklärt auch, warum Gasgemische bei niedrigen Temperaturen irgendwann problematisch werden können, obwohl noch Gas in der Flasche vorhanden ist.
Welches Gas ist nun das richtige für euch?
Für das klassische Camping in Deutschland und Mitteleuropa ist Propan eine sehr praktische Wahl.
Wenn ihr nur im Hochsommer unterwegs seid und ausschließlich bei warmen Temperaturen campt, kann auch Butan beziehungsweise ein entsprechendes Gasgemisch infrage kommen.
Sobald ihr aber im Frühjahr oder Herbst unterwegs seid oder sogar Wintercamping plant, ist Propan deutlich zuverlässiger.
Unsere einfache Faustregel lautet deshalb:
Sommer und warme Temperaturen: Butan oder geeignete Gasgemische möglich.
Frühjahr, Herbst und Winter: Propan ist die sicherere und zuverlässigere Wahl.
Natürlich muss das Gas immer zur jeweiligen Gasanlage und zu den verwendeten Geräten passen.
Ein kurzer Hinweis zur Sicherheit
Auch wenn Gas beim Camping völlig selbstverständlich ist: Es handelt sich um einen brennbaren Energieträger, mit dem man entsprechend sorgfältig umgehen sollte.
Bei fest eingebauten Flüssiggasanlagen im Wohnmobil oder Wohnwagen gehört deshalb die regelmäßige Überprüfung durch einen Fachbetrieb beziehungsweise eine entsprechend qualifizierte Person dazu. In Deutschland wird die Gasprüfung für solche Anlagen regelmäßig durchgeführt.
Außerdem wichtig:
Gasgeräte nur entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendung betreiben.
Beim Kochen für ausreichende Belüftung sorgen.
Das Gas-Kochfeld niemals dazu verwenden, den Innenraum zu beheizen.
Gasflaschen und Anschlüsse regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen.
Die Bedienungsanleitungen der Geräte und die Vorgaben der Gasanlage beachten.
Und noch etwas für unterwegs: Der Betrieb von Gasgeräten während der Fahrt ist nur unter den dafür vorgesehenen technischen Voraussetzungen zulässig. Dazu gehören je nach Anlage beispielsweise ein geeigneter Crash-Sensor und eine Schlauchbruchsicherung.
Gas ist also kein Grund zur Panik – aber definitiv ein Thema, bei dem Sorgfalt wichtiger ist als Bauchgefühl.
Was ihr euch aus diesem Teil merken könnt
Wenn ihr euch nicht durch zig verschiedene Gasbezeichnungen wühlen möchtet, könnt ihr euch für den Anfang einfach diese Punkte merken:
Propan:
Gut für ganzjähriges Camping und niedrige Temperaturen.
Butan:
Eher für warme Temperaturen und den Sommer geeignet.
Gasgemische:
Die Eignung bei Kälte hängt von der jeweiligen Zusammensetzung ab.
Und ganz wichtig: Nicht nur auf die Gasart schauen, sondern immer darauf achten, dass Gasflasche, Regler, Anschlüsse und Geräte zur jeweiligen Gasanlage passen.
Damit hätten wir die Grundlage geschaffen.
Im nächsten Teil unserer Gas-Serie schauen wir uns an, welche Gasflaschengrößen es gibt und wann 5 kg oder 11 kg sinnvoll sind. Denn auch bei der Frage „Wie viel Gas brauche ich eigentlich?“ gibt es ein paar Dinge, die man vor dem Kauf wissen sollte.