Nachdem wir uns im letzten Teil mit dem Gasflaschenwechsel beschäftigt haben, schauen wir heute auf die Sicherheitstechnik eurer Gasanlage.
Druckregler, Gaswarner und Crashsensor haben unterschiedliche Aufgaben. Was schützt wovor? Welche Bauteile brauchen Aufmerksamkeit? Und was wird bei der Gasprüfung kontrolliert?
Der Druckminderer: passender Druck für eure Geräte
In der Gasflasche herrscht ein deutlich höherer Druck, als Herd, Heizung oder Kühlschrank vertragen. Der Druckminderer – auch Gasdruckregler genannt – reduziert ihn auf den vorgesehenen Betriebsdruck. Bei heutigen Campinganlagen sind das üblicherweise 30 mbar. Entscheidend sind immer die Angaben eurer Anlage.
Auch der Schutz gegen einen unzulässigen Druckanstieg gehört dazu. Wie dieser funktioniert, hängt vom Reglermodell ab: Nicht jeder Regler besitzt ein Sicherheitsventil, das bei Überdruck Gas ablässt. Es gibt unterschiedliche technische Lösungen. Quelle: GOK
Wichtig für privat genutzte Wohnmobile und Wohnwagen: Druckregler und Schlauchleitungen müssen spätestens zehn Jahre nach ihrem Herstellungsdatum ausgetauscht werden. Bei Beschädigungen oder kürzeren Herstellervorgaben entsprechend früher. Es zählt also nicht erst das Kauf- oder Einbaudatum. Quelle: TÜV NORD
Notiert euch die Austauschtermine am besten zusammen mit dem nächsten Gasprüfungstermin.
Gaswarner: Achtet darauf, welches Gas erkannt wird
Die Bezeichnung „Gaswarner“ allein sagt noch nicht, welche Gefahr das Gerät erkennt.
Ein Flüssiggaswarner reagiert auf austretendes Propan oder Butan. Diese Gase sind schwerer als Luft und können sich in Bodennähe sammeln. Deshalb werden die dafür vorgesehenen Sensoren üblicherweise bodennah montiert. Die genaue Position richtet sich nach der Geräteanleitung.
Ein Kohlenmonoxid-Warnmelder, kurz CO-Melder, erkennt dagegen giftiges Kohlenmonoxid. Dieses kann bei einer unvollständigen Verbrennung entstehen und ist geruchlos.
Ein Flüssiggaswarner erkennt nicht automatisch auch Kohlenmonoxid. Prüft ausdrücklich, welche Gase das jeweilige Gerät überwacht. Auch die Montagevorgaben unterscheiden sich. Quellen: Linnepe, ABUS
Achtet außerdem darauf, dass das Gerät für den Einsatz im Wohnmobil oder Wohnwagen geeignet ist. Beachtet die Hinweise zu Stromversorgung, Funktionstest und Sensorlebensdauer.
Ein Warner kann euch zusätzlich absichern. Wartung, Lüftung und Gasprüfung bleiben trotzdem notwendig.
Crashsensor und Schlauchbruchsicherung
Ein Crashsensor kann bei einem entsprechenden Aufprall die Gaszufuhr unterbrechen. Solche Systeme gibt es für Ein- und Zweiflaschenanlagen.
Die Schlauchbruchsicherung erfüllt eine andere Aufgabe: Sie kann den Gasfluss bei einem größeren Gasaustritt durch einen beschädigten Hochdruckschlauch begrenzen beziehungsweise unterbrechen.
Wenn ihr Gasgeräte während der Fahrt nutzen möchtet, müssen Fahrzeug, Geräte und Gasversorgung dafür geeignet und entsprechend abgesichert sein. Bei den dafür vorgesehenen Truma-Systemen gehören dazu ein Regler mit Crashsensor und Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung. Beachtet immer die Betriebsanleitungen und die vor Ort geltenden Vorgaben. Quelle: Truma
Eine automatische Umschaltung zwischen zwei Flaschen bietet zusätzlichen Komfort: Ist die Betriebsflasche leer, wechselt sie bei korrekt angeschlossener und geöffneter Reserveflasche auf die Reserve.
Eine Umschaltautomatik bedeutet aber nicht automatisch, dass auch ein Crashsensor vorhanden ist. Schaut nach, welches System tatsächlich verbaut wurde.
Absperrventile: einzelne Geräte vom Gas trennen
Über die Geräteabsperrventile könnt ihr einzelne Verbraucher von der Gasversorgung trennen.
Macht euch mit der Zuordnung vertraut: Welches Ventil gehört zum Herd, welches zur Heizung und welches zum Kühlschrank? Gut lesbare Beschriftungen helfen im Alltag.
Haltet die Ventile zugänglich und beachtet beim Öffnen und Schließen die Bedienungsanleitung eures Fahrzeugs.
Gasfilter: Schutz vor Verunreinigungen
Gasfilter können Verunreinigungen abfangen und dadurch empfindliche Bauteile wie den Gasdruckregler schützen.
Je nach System müssen Filtereinsätze kontrolliert oder gewechselt werden. Dafür gibt es keine pauschale Regel, die zu jedem Modell passt. Richtet euch nach der Anleitung des jeweiligen Herstellers.
Ein Filter erkennt kein Gasleck und ersetzt keine Dichtheitsprüfung. Quelle: Truma
Die G-607-Prüfung: eigenständige Pflicht
Für die von § 60 StVZO erfassten Flüssiggasanlagen in Wohnmobilen und Wohnwagen gilt eine eigenständige Prüfpflicht nach DVGW G 607.
Geprüft werden muss:
vor der ersten Inbetriebnahme,
vor der Wiederinbetriebnahme nach prüfpflichtigen Änderungen,
anschließend wiederkehrend alle 24 Monate.
Die gesetzliche Regelung ist seit dem 19. Juni 2025 anzuwenden. Die Gasprüfung erfolgt unabhängig von der Hauptuntersuchung. Eine gültige HU-Plakette ersetzt sie deshalb nicht. Quellen: § 60 StVZO, § 72 StVZO
Zur Prüfung gehören unter anderem die Kontrolle des Anlagenzustands, eine Dichtheitsprüfung und Funktionsprüfungen der angeschlossenen Gasgeräte.
Haltet die Prüfbescheinigung bereit. Für den Prüftermin braucht ihr außerdem eine ausreichend gefüllte, angeschlossene Gasflasche und gegebenenfalls Strom für die Gerätezündung. Quelle: TÜV NORD
Der Gaskasten gehört zum Sicherheitskonzept
Der Gaskasten ist gegenüber dem Wohnraum abgedichtet und besitzt eine Entlüftung nach außen. Diese Öffnung muss frei bleiben, damit austretendes Flüssiggas abfließen kann. Quelle: Truma
Nutzt den Gaskasten deshalb nicht als zusätzlichen Gepäckraum. Taschen oder lose Ausrüstung können Öffnungen verdecken, Anschlüsse belasten oder den Zugang zu den Flaschenventilen erschweren.
Bei Gasgeruch oder Alarm richtig handeln
Nehmt Gasgeruch, ungewöhnliches Zischen oder einen Gasalarm ernst:
Vermeidet offene Flammen und andere Zündquellen.
Betätigt keine elektrischen Schalter.
Schließt die Flaschenventile und öffnet Türen und Fenster, soweit das gefahrlos möglich ist.
Verlasst das Fahrzeug und haltet andere Personen fern.
Lasst die Ursache fachkundig klären, bevor ihr die Anlage wieder benutzt.
Bei starkem Gasaustritt, Brand oder akuter Gefahr: Abstand halten und 112 von einem sicheren Ort aus anrufen. Bei CO-Alarm oder Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindel sofort ins Freie gehen und Hilfe holen.
Wenn Wahrnehmung oder Beweglichkeit eingeschränkt sind
Mit einem Handicap kann es schwieriger sein, einen Alarm wahrzunehmen, ein Flaschenventil zu erreichen oder das Fahrzeug schnell zu verlassen.
Überlegt deshalb gemeinsam:
Ist der Alarm auch am Schlafplatz zuverlässig wahrnehmbar?
Braucht ihr zusätzlich optische oder andere geeignete Warnsignale?
Sind die Absperrventile gut erreichbar?
Ist klar, wer im Ernstfall welche Aufgabe übernimmt?
Lasst euch bei der Auswahl geeigneter Warntechnik beraten. Entscheidend ist, dass sie zu euren tatsächlichen Bedürfnissen passt.
Eure Checkliste
Nächsten Termin der Gasprüfung notiert
Herstellungsdatum und Austauschfristen von Regler und Schläuchen geprüft
Erfasste Gasarten und Montagevorgaben der Warngeräte geklärt
Funktionstests und Austauschtermine der Warner eingeplant
Gaskastenentlüftung und Zugang zu den Ventilen frei
Verhalten bei Gasgeruch und Alarm gemeinsam besprochen
Passendes Zubehör für mehr Sicherheit im Wohnmobil
Ob Schlauchbruchsicherungen, Gaswarnmelder oder Kohlenmonoxidmelder (CO-Melder) – einige Sicherheitsprodukte können den Umgang mit Gas im Wohnmobil sinnvoll ergänzen.
Entsprechende Produkte findet ihr in meiner Ideenliste zur Gassicherheit in der WoMo_Tastic Amazon Storefront.
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Wichtig: Achtet bei der Auswahl darauf, dass die Produkte für den Einsatz im Wohnmobil geeignet sind. Insbesondere bei Gaswarnmeldern und CO-Meldern handelt es sich um unterschiedliche Geräte. Ein CO₂-Melder misst Kohlendioxid und ist kein Ersatz für einen CO-Melder, der vor gefährlichem Kohlenmonoxid warnt.
Habt ihr einen Flüssiggaswarner und einen CO-Melder an Bord? Oder steht das Thema noch auf eurer To-do-Liste?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare!