Zu heiß, zu kalt: So schützen wir Benji, Emma und Jamie im Wohnmobil bei jedem Wetter
Ein Wohnmobil heizt sich in der Sonne rasend schnell auf – und kühlt im Winter genauso schnell wieder aus. Für uns Menschen ist das unangenehm, für unsere Hunde kann es gefährlich werden. Nach den gesundheitlichen Voraussetzungen aus Post 2 geht es heute um ein Thema, das uns bei jeder Jahreszeit begleitet: Wie halten wir Benji, Emma und Jamie bei Hitze und Kälte sicher und wohl?
Hitzeschutz im Sommer
Niemals allein im Fahrzeug bei Hitze
Das ist die wichtigste Regel überhaupt: Ein Hund darf im Sommer nicht allein im Wohnmobil zurückbleiben, auch nicht "nur kurz". Die Temperatur steigt innerhalb weniger Minuten auf lebensbedrohliche Werte, selbst bei geöffnetem Fenster.
Standplatz bewusst wählen
Wir achten beim Ankommen immer darauf, wo im Tagesverlauf Schatten liegt – nicht nur dort, wo gerade Schatten ist. Ein Platz unter einem Baum kann sich nämlich im Laufe des Tages komplett in die pralle Sonne verschieben. Auch für unseren Sonnenschutz haben wir zudem eine Markise, die wir aus- und einfahren können. Sollte es mal so sein, dass die Sonne seitlich reinscheint, haben wir an den Seiten der Markise Zusatztücher, die direkte Sonneneinstrahlung verhindern.
Klimaanlage, Ventilator, Markise
Eine Standklimaanlage oder zumindest ein guter 12-Volt-Ventilator macht im Innenraum einen spürbaren Unterschied. Die Markise sorgt zusätzlich für Schatten vor der Tür, wo sich unsere drei am liebsten aufhalten - und wir zuvor gesagt, können Tücher an den Seiten der Markise auch gute Dienste leisten.
Kühlmatten und nasse Handtücher
Eine Kühlmatte im Körbchen wird bei uns im Sommer zum festen Bestandteil der Ausstattung. Ein feuchtes Handtuch zum Draufliegen tut es notfalls auch.
Pfoten und Spaziergangszeiten anpassen
Asphalt kann Pfoten regelrecht verbrennen. Wir verlegen Gassirunden im Hochsommer konsequent auf früh morgens und den späten Abend und meiden heiße Straßenbeläge.
Immer ausreichend frisches Wasser
Klingt selbstverständlich, wird unterwegs aber gerne vergessen zu kontrollieren. Wir haben im Wohnmobil und vor dem Wohnmobil im Auslauf Wasser stehen. So können Benji, Emma und Jamie immer wieder ihren Durst stillen.
Es gibt jedoch noch viele andere Dinge, die den Hunden im Sommer gut tun, wie z. B. kalte Melone oder Gurke, Eiswürfel aus Wasser mit Leberwurst vermischt, uvm.
Kälteschutz im Winter
Wer meinen Winter-Camping-Beitrag kennt, weiß: Auch bei Frost bleiben wir gerne unterwegs – und unsere Hunde natürlich mit.
Isolierte Liegeplätze
Der Boden im Wohnmobil kann im Winter deutlich kälter sein als die Raumtemperatur vermuten lässt. Eine gut isolierte Unterlage im Körbchen, erhöht statt direkt auf dem Boden, macht viel aus. Aber auch eine warme Decke als Liegewiese gefällt unseren Hunden.
Hundemantel/-jacke für kurzhaarige und kleine Hunde
Gerade unsere Shih Tzus Benji und Emma sowie die Zwergpinscherdame Jamie frieren bei Minusgraden schneller als große, dichtfellige Rassen. Ein wasserdichter Mantel bei Regen oder ein “Wintermantel” für die Gassirunde ist bei uns im Winter Standard. Zudem hat gerade Jamie stets einen warmen Pullover auch im Wohnmobil an und vergräbt sich auch noch in der Decke.
Frostwächter im Blick behalten
Wenn die Heizung im Wohnmobil oder im Wohnwagen läuft, ist es auch für die Hunde angenehm temperiert. Sollte die Heizung mal ausfallen, merkt man das bei Tieren oft früher als bei sich selbst – ein Grund mehr, die Innentemperatur im Winter im Blick zu behalten.
Pfotenschutz bei Schnee und Streusalz
Streusalz kann die Pfotenballen reizen. Wir waschen die Pfoten nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab oder reinigen sie gut mit einem nassen Handtuch und tragen bei Bedarf ein Pfotenbalsam auf.
Kürzere, aber häufigere Runden
Statt eines langen Spaziergangs im Winter lieber mehrere kurze Runden – das schont Kreislauf und Pfoten gleichermaßen, gerade bei einem Senior wie Benji.
Passende Ausrüstung für beide Jahreszeiten – von Kühlmatte bis Wintermantel – findet ihr auch in unseren Shops
Meine Checkliste für Hitze und Kälte
Standplatz mit Schattenverlauf über den Tag geprüft (Sommer)
Klimaanlage/Ventilator und Kühlmatte an Bord (Sommer)
Gassizeiten an Tageshitze angepasst (Sommer)
Ausreichend Wasserstellen im Fahrzeug (ganzjährig)
Isolierter, erhöhter Liegeplatz vorhanden (Winter)
Passender Hundemantel für kleine/kurzhaarige Hunde (Winter)
Pfotenpflege nach Streusalz-Kontakt eingeplant (Winter)
Innentemperatur des Wohnmobils im Blick behalten (ganzjährig)
Mein Tipp zum Schluss
Beobachtet eure Hunde genau – Hecheln, Unruhe oder Zittern sind ernstzunehmende Signale, egal ob im Hochsommer oder tiefsten Winter. Im Zweifel lieber eine Gassirunde kürzen oder verschieben, als es auf die Probe ankommen zu lassen.
Im nächsten Teil der Serie wird es persönlich: Wie wir reisen, wenn ein Hund krank oder in seiner Mobilität eingeschränkt ist – ein Thema, das mir als Reisebegleiterin meiner besten Freundin besonders am Herzen liegt.
Wie haltet ihr eure Hunde im Wohnmobil bei extremen Temperaturen fit? Schreibt es mir gerne in die Kommentare oder auf Instagram: @WoMo_Tastic Camping und Reisen